Rose Rosette Virus (RRV)

Um welchen Schädling handelt es sich?

RRV ist ein 2011 erstmals beschriebener Virus, der durch die nicht heimische Gallmilbe Phyllocoptes fructiphilus übertragen wird. Krankheit und Vektor sind in Nordamerika verbreitet und treten lokal auch in Indien auf. Beide Arten wurden in der EU bislang nicht nachgewiesen und führen zum Absterben von Kultur- und Wildrosenarten.

Was sind die Einschleppungswege und wie erfolgt die Ausbreitung?

Das Haupeinschleppungsrisiko stellt infiziertes Pflanzmaterial dar. Da sich der Vektor vornehmlich in den Triebspitzen aufhält und in den Knospen überwintert sind auch Schnittrosen ein wichtiger Einschleppungspfad. P. fructiphilus wird passiv durch Wind, Kleidung und Ausrüstung transportiert, über kurze Strecken (von Pflanze zu Pflanze) erfolgt die Ausbreitung auch aktiv. Durch die Saugtätigkeit überträgt die Gallmilbe RRV von einer Pflanze zur nächsten.
Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung zu verhindern?
Mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2019/1739 vom 16.10.2019 ergriffen die Mitgliedsstaaten Dringlichkeitsmaßnahmen um die Einschleppung von Rose Rosette Virus in die EU zu verhindern. Neben Maßnahmen beim Import von Rosenpflanzen (inkl. Schnittrosen) aus Befallsländern, verpflichtet der DF-Beschluss die Mitgliedsstaaten Erhebungen zur Früherkennung eines Auftretens von RRV im Hoheitsgebiet durchzuführen.

Wie kann man einen Befall von RRV erkennen?

Die durch RRV verursachten Symptome variieren je nach klimatischen Bedingungen und Art der Rosen. Sie umfassen die Entwicklung von Hexenbesen (Bild 1), übermäßige Dornproduktion und verdickte, saftige Stängel (Bild 2), und übermäßiges seitliches Sprosswachstum, rasches Wachstum der Stängel. Weiters kann es zu Blattmissbildungen und Mosaik (Bild 3), leuchtend roter Pigmentierung der Blätter (Bild 4) und zu verformten Knospen und Blüten und mangelnder Winterhärte bei einer Infektion mit RRV kommen.

Bitte melden Sie Verdachtsfälle an den zuständigen Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes!

 

Welche Pflanzen wären in Österreich gefährdet?

Eine Gefährdung besteht für Kultur- und Wildrosen. Die Krankheit hat sich in Nordamerika auch an kultivierten Rosen weit ausgebreitet. Infizierte Pflanzen verlieren ihren ästhetischen Wert und sterben in der Regel innerhalb von 1 bis 5 Jahren ab. In den USA gilt RRV als ernsthafte Bedrohung für den Rosenanbau. Sobald die Pflanzen mit RRV infiziert sind, steht keine kurative Behandlung zur Verfügung, bislang gibt es auch keine resistenten Rosensorten.

Wo kann ich weitere Informationen zu RRV finden?


Amtlicher Pflanzenschutzdienst

DI Robert Steffek
Tel.: +43 50 555-33301
E-Mail: robert.steffekagesat

Stand der Information: November 2019