Nordamerikanischer Pflaumenrüssler (Conotrachelus nenuphar)

Um welchen Schädling handelt es sich?

Der Nordamerikanischer Pflaumenrüssler (Fam. Curculionidae) ist in Kanada und den USA beheimatet. Hauptwirtspflanzen sind Zwetschke und Pfirsich, daneben werden aber auch eine Reihe anderer Obstarten befallen (z.B. Apfel, Birne, Heidelbeere, Stein- und Wildobstarten). Die Art tritt in der EU nicht auf.

Was sind die Einschleppungswege und wie erfolgt die Ausbreitung?

Das Hauptrisiko der Einschleppung besteht bei der Einfuhr von Obst (vor allem Steinobst, in geringerem Maße auch andere Obstarten) aus den USA und Kanada. Lokal kann sich der Pflaumenrüssler über kurze Strecken in Obstplantagen ausbreiten, adulte Tiere bewegen sich meist nur in der Krone von Obstbäumen, Flug über kurze Distanzen erfolgt bei Temperaturen über 20°C.

Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung zu verhindern?

Im Durchführungsbeschluss (EU) 2019/2072 sind Einfuhrbestimmungen für Früchte von Malus (Apfel), Prunus (Steinobst), Pyrus (Birne) und Vaccinium (Heidel- bzw. Preiselbeere) aus Nordamerika festgelegt. Derartige Fruchtimporte werden im Zuge der phytosanitären Importkontrolle an den Ersteintrittstellen der EU (z.B. am Flughafen Wien durch das Bundesamt für Ernährungssicherheit) auf Quarantäneschädlinge kontrolliert. Durch die Listung als prioritärer Quarantäneschädling sind die Mitgliedsstaaten darüber hinaus verpflichtet risikobasierte Erhebungen zur Früherkennung eines Auftretens durchzuführen.

Wie kann ein Befall des Pflaumenrüsslers erkannt werden?

Die Käfer sind 4 bis 7 mm lang, bräunlich-schwarz meliert mit hellgrauen oder brauner Zeichnung und leicht gebogenem Rüssel. Die Flügeldecken sind aufgeraut mit zwei markanten und zwei kleineren Höckern (Bild 1). Die Käfer ernähren sich von Blüten, Blättern und Früchten und legen ihre Eier in die jungen Früchte. Durch Fraß und Eiablagen entstehen Fruchtnarben (Bild 2). Die Larven sind 6 bis 9 mm lang, leicht gebogen, gelblich-weiß, beinlos, braunköpfig und verbleiben acht bis 22 Tage in der Frucht (Bild 3). Reife Larven verlassen die Frucht, dringen in den Boden ein, bauen kleine Erdzellen auf und verpuppen sich nach etwa zwei Wochen. Früh in der Saison befallene Früchte fallen vorzeitig ab. Später in der Saison befallene Früchte haben aufgrund des Vorhandenseins der Larven keinen Marktwert (Bild 4).

Bitte melden Sie Verdachtsfälle an den zuständigen Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes!

Welche Pflanzen wären in Österreich gefährdet?

Der Pflaumenrüssler ist an ein gemäßigtes Klima perfekt angepasst und ein Hauptschädling in Obstanbaugebieten im Osten von Kanada und den USA. Im Falle einer Einschleppung ist der zu erwartende Schaden in der EU hoch und es ist mit zusätzlichen Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen zu rechnen.

Wo kann ich weitere Informationen zum Pflaumenrüssler finden?

Für den Inhalt verantwortlich:

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Amtlicher Pflanzenschutzdienst

DI Robert Steffek
E-Mail: robert.steffek@ages.at

Stand der Information: April 2020