Bakterielle Welke der Bohne (Curtobacterium flaccumfaciens pv. flaccumfaciens)

Um welchen Schädling handelt es sich?

Die bakterielle Welke der Bohne wird durch Curtobacterium flaccumfaciens pv. flaccumfaciens hervorgerufen, einem Bakterium das erstmals Anfang des vorigen Jahrhunderts in den USA nachgewiesen wurde. Die Krankheit ist saatgutübertragbar und tritt in allen 5 Kontinenten auf. Heiße Sommertemperaturen über 30 °C fördern die Entwicklung der Bakterien im Xylem, was zur Welke und dem Absterben der Pflanzen führt.

Was sind die Einschleppungswege und wie erfolgt die Ausbreitung?
Das größte Risiko der Einschleppung von Curtobacterium flaccumfaciens besteht beim Kauf infizierten Saatguts aus Befallsgebieten. In den vergangenen Jahren kam es in Europa (in NL, BE, CH, GR) zu einer Reihe von Ausbrüchen in der Bohnenproduktion, die auf die Einfuhr von infiziertem Saatgut aus den USA zurückzuführen sind. In AT war ein mittlerweile getilgter Ausbruch vor einigen Jahren auf den Anbau von zu Speisezwecken importierten Samen von Mungbohnen aus China zurückzuführen. 

Die Bekämpfung der Bakterienwelke im Feld ist nicht möglich, weshalb die Verhinderung der Einschleppung bzw. die Verwendung gesunden Saatguts besonders wichtig ist.

Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung zu verhindern?
Die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1316 legt strenge Bestimmungen zur Einfuhr von Saatgut und zur Früherkennung von Ausbruchsherden in der EU fest. 

In Österreich führt das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) Importkontrollen an Saatgut durch. Bei Importen aus Befallsländern wird das Saatgut im molekularbiologischen Labor auf das Vorhandensein der Bakterienwelk getestet. Nur befallsfreies Saatgut darf importiert werden. Zudem wird von den Pflanzenschutzdiensten in den Bundesländern ein Überwachungsmonitoring zur Früherkennung eines möglichen Befallsherdes in Österreich durchgeführt.

Wie kann man einen Befall erkennen?
Die Infektion der Samen erfolgt über die Leitungsbahnen; die Samen weißer Sorten können dann gelblich aufgehellt oder verfärbt sein. Die Samenübertragbarkeit ist besonders bei Phaseolus hoch (~70%).

Bei Infektion von Jungpflanzen anfälliger Sorten sterben diese ab. Infektionen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen meist nach Niederschlägen und darauffolgenden Hitzeperioden (> 30 °C) und führen zu Blattrandnekrosen (Bild 1, 2 und 3), Blattwelke (Bild 4) und schließlich Blattfall. Bei kühleren Temperaturen können sich die Pflanzen erholen. Symptome an Hülsen fehlen meist.

Melden Sie einen Verdachtsfall an den zuständigen Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes!

Welche Pflanzen wären in Österreich gefährdet?
Das Bakterium befällt eine Vielzahl von Leguminosen aber auch andere Ackerkulturen. Wirtschaftlich von Bedeutung ist die Krankheit v.a. bei Gartenbohne (Phaseolus vulgaris), aber auch bei anderen Arten der Gattungen Phaseolus (Käferbohne – P. coccineus, Lima-/Mondbohne – P. lunatus), Vicia (Ackerbohne – V. faba) und Vigna (Urd-, Linsenbohne – V. mungo,  Adzukibohne - V. angularis und Mungbohne - V. radiata).

In den letzten Jahren sind in den USA Isolate mit höherer Virulenz aufgetreten. Im Zuge der Klimaerwärmung mit steigenden Sommertemperaturen verbunden mit geringen Niederschlägen ist mit einer größeren Bedeutung der Bakterienwelke zu rechnen.

Wo kann ich weitere Informationen zum Zitrusbockkäfer finden?

Für den Inhalt verantwortlich:

Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Amtlicher Pflanzenschutzdienst

DI Robert Steffek
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Stand der Information: Jänner 2026