Grapevine flavescence dorée phytoplasma (GFDp)
Um welchen Schädling handelt es sich?
Grapevine flavescence dorée phytoplasma (kurz: GFDp) verursacht an Reben (Vitis) eine Vergilbungskrankheit, die zum Absterben der Rebstöcke führt. Hauptüberträger von GFD ist die Amerikanische Rebzikade (ARZ) (Scaphoideus titanus). Nähere Informationen sind hier zu finden bzgl. GFDp und ARZ.
Was sind die Einschleppungswege und wie erfolgt die Ausbreitung?
GFDp ist in Europa endemisch an Clematis, Alnus u.a. heimischen Gehölzen und tritt in vielen Teilen Mitteleuropas auch im Weinbau auf. Die Verschleppung erfolgt durch Rebmaterial (Unterlagen und Edelreiser) und lokal durch die Amerikanische Rebzikade.
Was wird getan, um die Einschleppung und Verbreitung zu verhindern?
GFDp ist als Quarantäneschädling geregelt, zur Früherkennung eines möglichen Auftretens müssen Erhebungen in allen Weinbaugebieten durchgeführt. Beim Nachweis von GFD sind Maßnahmen zur unverzüglichen Ausrottung zu setzen.
Zudem sind in der Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072 Maßnahmen zur Produktion von Pflanzen zum Anpflanzen (inkl. Edelreiser und Unterlage) von Vitis festgelegt. Diese müssen entweder:
- Aus einem Gebiet stammen, in dem GFD bekanntermaßen nicht auftritt
ODER
- Von einer Produktionsfläche stammen auf der seit Beginn der letzten abgeschlossenen Vegetationsperiode keine Symptome auftraten. Dies gilt auch für den um die Vermehrungsfläche angrenzenden Bereich von 20 m (bei Produktion von Reben oder Pfropfreisern) bzw. 40 m (bei Produktion von Unterlagen).
ODER
- Einer wirksamen Heisswasserbehandlung unterzogen worden sein
Wie kann man einen Befall von GFD erkennen?
Ab dem Sommer vergilben die Blätter von Weißweinsorten, jene von Rotweinsorten werden leuchtend rot. Die Internodien der Triebe sind verkürzt die Blätter dachziegelartig angeordnet, nach unten gerollt und brüchig. Nähere Informationen sind hier zu finden bzgl. GFDp.
Bitte melden Sie Verdachtsfälle an den zuständigen Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes!
Welche Bedeutung hat der Schädling für die Pflanzenproduktion in Österreich?
Die Krankheit ist in manchen Weinbaugebieten der Steiermark und des Burgenlands angesiedelt. Die Gefahr der weiteren Ausbreitung ist sehr hoch, ohne gezielte Maßnahmen stellt GFD eine ernste Bedrohung für den Weinbau dar.
Wo kann ich weitere Informationen zu GFD finden?
- Details zu den Symptomen und weitere Bilder: https://www.ages.at/pflanze/pflanzengesundheit/schaderreger-von-a-bis-z/flavescence-doree
- Information des Land Steiermark zur Bekämpfung: https://www.agrar.steiermark.at/cms/beitrag/12224534/98170585/
- Information des Burgenland: https://www.burgenland.at/news-detail/koordiniertes-vorgehen-gegen-rebzikade-im-burgenland/
- Allgemeine Informationen der EPPO: https://gd.eppo.int/taxon/PHYP64
- EFSA Pest Survey Card zu GFD: https://efsa.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.2903/sp.efsa.2020.EN-1909
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Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Amtlicher Pflanzenschutzdienst
DI Robert Steffek
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Stand der Information: Jänner 2026